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TellerSchau – ein Abend mit 10 Berliner Spitzenköchen

Alicia Kassebohm
Alicia Kassebohm Insider Tipp vom 27. Oktober
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In Berlin ist man nach wie vor in Experimentierlaune und dies bewies auch die Berlin Food Week, insbesondere das Finale der Food Clash Canteen am Freitag, den 20. Oktober. Im Kaufhaus Jandorf servierten 10 Berliner Küchenchefs aus verschiedensten Restaurants bei der sogenannten TellerSchau Kostproben ihrer neuen Speisekarte.

Den Spruch „Berlin ist das neue New York“ hat man schon vor ein paar Jahren gehört. Auch wenn sich über den Vergleich streiten lässt, ist die Einschätzung, dass wohl keine andere Stadt so vielfältig und offen gegenüber Neuem ist, durchaus gerechtfertigt. 

In Berlin ist man nach wie vor in Experimentierlaune und dies bewies auch die Berlin Food Week, insbesondere das Finale der Food Clash Canteen am Freitag. Im Kaufhaus Jandorf servierten 10 Berliner Küchenchefs aus verschiedensten Restaurants bei der sogenannten TellerSchau Kostproben ihrer neuen Speisekarte. Wer das ehemalige Warenhaus am Weinberg in Berlin kennt, weiß, dass die Kulisse mit den unverputzten Wänden und hohen Decken durchaus an einen einprägsamen Underground-Ort in Brooklyn erinnert. 

In der Mitte des großen Raumes und von langen Tafeln umrahmt, war eine große Zubereitungstheke aufgebaut. Gastgeber des Abends, Naturwein-Experte Holger Schwarz von der Weinhandlung Viniculture, begleitete jeweils mit einer Einführung die zu servierenden neuen Herbstkreationen der Köche. Neben der interessanten Herleitung des jeweiligen Ganges bekamen die Gäste so auch gleich ein paar Weintipps mit zum Kulinarikerlebnis. Angefangen wurde mit dem Sauvignon blanc „Reflexion“, einem frischen und leicht hefigen Weißwein, passend zu Gang 1 vom Restaurant TISK: Gurke, modern und kreativ angerichtet mit Dill, Jalapeño und Joghurt. Schnell wurde klar, dass man sich sowohl beim Essen als auch beim Wein auf etwas Neues einlassen muss – mit der gekonnten Geschmackskombination aber sofort belohnt wurde.

So auch bei Gang 2, einer Jakobsmuschel mit Aloe Vera, Dashi und grünem Apfel, von Sternekoch Alexander Koppe vom Skykitchen. Viele Gäste waren nur seinetwegen gekommen, wie sich schon bald bei der Befragung der Gäste nach jedem Gang durch Moderator Holger Schwarz herausstellte.
Was den nächsten Gang von Björn Swanson von Golvet aber nicht weniger aufregend machte: Der Koch richtete ein nordisch inspiriertes Gericht mit Maräne und Guacamole-Eis an. 

Raffiniert ging es anschließend auch bei Matthias Gleiß vom VOLT Restaurant weiter, denn Blutwurst mit Schokolade hatten sicher nicht viele der Gäste in dieser Kombination schon mal vorher probiert und für gut befunden. Etwas klassischer, optisch einem kleinen Kunstwerk ähnelnd, brachte Christopher Kümper sein Enten-Consommé nachfolgend in Form. Der Koch wurde kürzlich erst von der Jury der Berliner Meisterköche als Aufsteiger des Jahres ausgezeichnet. Hierauf gab es, passend zur Saison und ebenfalls formvollendet, Kürbis mit Wirsing und Schafsmilch in Gang 6 von den Köchen des Bricole – der ersten Hors d’œuvre-Bar Berlins. 
Der Favorit des Abends, so war man sich zumindest an meinem Tisch (fast) einig, kam dann in Gang 7: die Kaninchen-Kreation von Jörg Frankenhäuser und David Schubert vom Restaurant kochZIMMER. 

Dazu, so erklärte der Moderator, würde der Rotwein auch leicht gekühlt perfekt schmecken. Man müsse ihn nicht immer warm servieren. So passte der Wein auch vorzüglich zum Müritzlamm von Florian Glauert aus dem Duke. Und diese Kostprobe mit dem „türkischen Touch“ auch wiederum zu Berlin, meinte dieser. Nach den herzhaften Gerichten ging es ab Gang 9 dann weiter mit süßen Kreationen. Angefangen mit einer Ziegenmilch und Sesamkost von Nicholas Hahn vom Restaurant am Steinplatz, gefolgt von einer Art Kaffee-Creme, serviert mit Thymian, Quitte und Oliven aus dem Restaurant JUBEL – feine Pâtisserie. Und weil, egal wie satt man ist, eine kleine Praline der perfekte süße Abschluss ist, präsentierte Confiseur Daniel Budde von Candide seine verführerischen Leckereien, um die Gäste nun wirklich wunschlos glücklich zu machen. 

Gerade die Vielfältigkeit einer Stadt ist attraktiv und wirkt äußerst inspirierend, und genau das haben auch die verschiedensten Kostproben der TellerSchau an diesem Abend bewiesen. Die unterschiedlichen Menschen, sowohl hinter dem Kochtresen als auch davor an den Tischen, haben den Abend interessant, zu etwas Besonderem gemacht. Wir haben auf jeden Fall jetzt schon Lust auf die weiteren Herbstmenü-Kreationen der Kochkünstler. 

©Pictures - Alicia Kassebohm

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