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Ein mondäner Sonntag auf der Galopprennbahn Hoppegarten

Alicia Kassebohm
Alicia Kassebohm Insider Tipp vom 30. Januar
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Pferderennen sind nicht nur etwas für alte Damen mit großen, teuren Hüten. 

In Berlin Hoppegarten findet man am Wochenende ein bunt gemischtes Publikum – Familien mit kleinen Kindern, Hipster in Berliner Designer-Outfits, ein paar lachende Teenies mit einer Flasche Sekt in der Hand oder eine Gruppe von ehemaligen Klassenkameraden um die 30. Alle sind bester Laune, die Sonne strahlt, es riecht nach Sonnencreme und Gegrilltem, das Eis schmilzt in der Hand und die bunten Picknickdecken am Rande der Pferderennbahn ergeben ein fröhliches Muster auf der grünen Wiese.

Pferderennen sind, obwohl sie zu den ältesten organisierten Sportarten überhaupt zählen, längst wieder in Mode. Oder sie waren nie aus der Mode und ein paar Stadtmenschen haben den Sport nur am Rande oder zwischenzeitlich gar nicht mitbekommen. Umso größer ist die Bewunderung für die durchtrainierten wunderschönen Zuchtpferde, wenn sie zur Siegerehrung hautnah an der Menge vorbeiziehen und man jeden Muskel unter dem glänzenden Fell von „Shining Emerald“, „Fort Good Hope“, „Daring Match“ oder „Halli Galli“ erahnen kann.

Und von wegen mehr Schein als Sein: Mit ein bisschen Glück, beziehungsweise Wis-sen, verlässt man die Rennbahn sogar mit mehr Geld als man mitgebracht hat – wenn man mit seinen Wetten richtig lag. Von einem Teil des Gewinnes kann man aber beispielsweise auch einen schönen Damenhut à la Kate Middleton kaufen. Den passenden Stand hierzu gibt es selbstverständlich ebenfalls auf dem Gelände.

Denn sich einen Tag lang wie ein Royal zu fühlen, dazu noch in einer super entspannten Atmosphäre, das macht doch jedem mal Spaß.

Kein Wunder auch, dass das erste dokumentierte Rennen in New Market in England stattfand. 1622 begründete Charles II, König von England und passionierter Reiter, den Pferderennsport und benannte die Rennbahn nach seinem Lieblingspferd Old Rowley: The Rowley Mile. In Deutschland fand das erste organisierte Pferderennen 1822 auf einer Strecke zwischen dem Ostseebad Heiligendamm und Bad Doberan statt.

Mittlerweile gibt es hierzulande etwa 50 Galopprennbahnen. Die bekannteste unter ihnen liegt in der Nähe der Kurstadt Baden-Baden, wo die „Große Woche“ als Flagg-schiff des deutschen Galopprennsports gesehen wird. Ebenfalls sehr angesehen in Deutschland ist das Hamburger Derby, das Düsseldorfer „Stuten-Derby“ und das Galopprennen von München-Riem.

Aber auch Hoppegarten hat seinen eigenen Charme und die vielleicht sympathischsten Besucher. Schon seit 1868 kann man in der Nähe von Berlin die Pferderennen verfolgen. Bald nach der Öffnung entwickelte sich Hoppegarten zu einer der bedeutendsten Galopprennbahnen in Europa.

Seit 2008 ist sie als erste Rennbahn in Deutschland im Besitz eines Privatinvestors, des ehemaligen Fondsmanagers Gerhard Schöningh. Trotz Modernisierungen und modischer Leute ist es nach wie vor ein Ort voller Tradition und Geschichte; ein Ort, an dem alt auf jung trifft, Passion und Zielstrebigkeit auf Vergnügen und Erholung. Die Mischung macht diesen Ort eben besonders und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

©Pictures – Alicia Kassebohm
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