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Kaffeeform – Die Tasse aus Kaffeesatz

I Heart Berlin
I heart Berlin Insider Tipp vom 30. Januar
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Ein Morgen ohne Kaffee – ist das überhaupt vorstellbar? Oder ein Nachmittag? Oder nach dem Essen? Und was gibt es zum Kuchen? Es gibt nun wirklich keine Tageszeit, zu der Kaffee nicht passen würde. Morgens, mittags und ja, sogar mal abends nach dem Dinner. Kaffee wird in Berlin gern und in vielen Variationen getrunken. Unzählige Röstereien und Cafés existieren nicht umsonst! Ob nun als Cappuccino, in Latte-Macchiato-Größe oder als Espresso-Variante: Kaffee ist Leben.

Es gibt jedoch ein Detail, über das sich bisher noch nicht so viel Gedanken gemacht wurde wie über die Zubereitung des Kaffees. Was passiert eigentlich mit all dem Abfall, den Kaffee produziert? Wenn man Julian Lechner fragt, macht man einfach neue Tassen draus!

Der Berliner ist Gründer von Kaffeeform, dem ersten Unternehmen weltweit, das Kaffeetassen aus Kaffeesatz herstellt. Kaum zu glauben, aber die Tassen sind hitzebeständig und robust und sehen außerdem noch gut aus. Wie das geht? Alles fing vor ein paar Jahren an, da saß Julian – wo auch sonst, wenn es um Kaffee geht? – in Italien, wo er Produktdesign studierte. Nach einem Espresso zu viel fragte er sich, was wohl mit all dem Kaffeesatz passiert. Und da keiner eine Verwendung außerhalb der Mülltüte wusste, kam Julian schnell auf die Idee, aus all dem alten Kaffeesatz neue, schöne Tassen zu fertigen. Zurück in Deutschland, machte er sich direkt ans Werk und stellte erste Kaffeetassen aus Kaffeesatz her. Upcycling made in Berlin!

Zuerst sammelte Julian den noch feuchten Kaffeesatz aus Berliner Cafés, trocknete ihn in Dörröfen und verfestigte ihn mit karamellisiertem Zucker. Die fertigen Tassen lösten sich dann beim Trinken wieder auf: „Ein netter Nebeneffekt, aber ich wollte natürlich, dass die Tassen auch halten“, sagt der 31-Jährige. Nach einiger Zeit und viel Forschen und Experimentieren hatte Julian dann die fehlende Zutat für seine Kaffeetassen gefunden: Bio-Polymere! Damit die Tassen auch heißen Getränken standhalten, vermengt Julian den losen Kaffeesatz mit so genannten Bio-Polymeren und schon werden die Tassen fest! Den Kaffee sammelt Julian noch immer zweimal täglich aus Berliner Cafés ein, die Bio-Polymere kommen in Baden-Württemberg zu der Kaffeemasse. Dabei entsteht eine Art Kaffee-Granulat und das wiederum geht weiter nach Köln, wo es in feste Tassenform gebracht wird. Anschließend werden die Tassen wieder nach Berlin verfrachtet, wo sie in einer Berliner Behindertenwerkstatt konfektioniert und zum Versenden verpackt werden.

Die Tassen sind nicht nur leicht, bruchsicher und umweltfreundlich, sondern auch noch spülmaschinenfest! Mittlerweile ist aus Julians Ein-Mann-Kaffee-Kommando eine richtig professionelle Produktion geworden: Jährlich produziert Julian viele tausend Tassen. Auch immer mehr Cafés statten sich mit den schicken Tassen aus und mittlerweile gibt es die Kaffeeform-Tasse nicht nur in der Espresso-Ausgabe, sondern auch in einer größeren Cappuccinotassen-Variante. Eine wirklich tolle Upcycling-Innovation aus Berlin.

Übrigens: Der Kaffeegeruch, der um die Tasse anfangs liegt, verfliegt nach circa dreimaliger Verwendung – da kann man dann auch getrost mal einen Tee aus der Kaffeeform-Tasse trinken.

Die Kaffeeform-Tassen gibt es europaweit und in den folgenden Berliner Geschäften zu kaufen:

BerlinGiftDept – Schönhauser Allee 44a, 10435 Berlin
Hallesches Haus – Tempelhofer Ufer 1, 10961 Berlin
KunstHalle – Unter den Linden 13-15, 10117 Berlin
Lueckeladen – Nordbahnhof, Invalidenstraße 20, 10115 Berlin
Standard Saubere Sachen – Reuterstraße 53, 12047 Berlin
Zoo Berlin – Hardenbergplatz 8, 10787 Berlin

©Pictures – Frank Schröder
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