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Intime Cafés für ein ungestörtes erstes Date

I Heart Berlin
I heart Berlin Insider Tipp vom 30. Januar
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Berlin ist eine Stadt, in der täglich zahllose Augen auf einen gerichtet sind. Auf dem Weg zur Arbeit, in der U-Bahn, im Supermarkt: Überall schaut die Stadt zu, bei dem, was man tut. Klar, Berlin ist eine Metropole. Und für die meiste Zeit ist all die Aufmerksamkeit auch genau das Richtige für unser Hauptstadt-Herz. Manchmal aber braucht es ein paar unbeobachtete Momente – vor allem, wenn es um das Thema Liebe geht.

Dating an sich ist ja schon eine höchst fragile Angelegenheit. Da gibt es die unangenehmen Pausen zwischen Gesagtem und Nichtgesagtem, die Unsicherheit: Mag er mich? Findet sie mich attraktiv? Habe ich da wirklich einen Fleck auf meiner Jacke? Da kann man schonmal nervös werden. Wenn es gut läuft, unterhält man sich. Und hängt an den Lippen des anderen. Ja, manchmal muss man das wortwörtlich, weil man sonst nichts versteht. Denn Berliner Cafés sind oft auch eins: laut. Das ist doch klar, eine volle Stadt ist eine laute Stadt. Beim ersten Date wünscht man sich aber (vor allem, wenn es ein gutes Date ist) traute, unbeobachtete Zweisamkeit. In manchen Berliner Cafés geht das besonders gut. 

Da gibt es zum Beispiel das Café Bilderbuch in der Akazienstraße 28 in Schöneberg, eine Berliner Institution mitten im Akazienkiez. Das gemütliche Café gibt es schon seit Jahren und bietet sich an für ein intimes und gemütliches erstes Date. Durch einen Gang entlang der Küche geht es in den hinteren Bereich des Cafés, in dem zwei große Sofas zum Sitzen bereitstehen. An den Wänden stapeln sich Bücher, ein Piano steht zum Klimpern (und für so manches spontane Konzert) auf einer Empore. Das Licht ist gedimmt. Ideale Voraussetzungen für ein entspanntes und vielleicht sogar romantisches erstes Date. Im Akazienblatt, der hauseigenen Menükarte im Zeitungsformat, stehen allerlei leckere Getränke, Tagesgerichte und das berühmte Frühstücksangebot: Das gibt es stilecht den ganzen Tag von 9.00 Uhr bis 23.00 Uhr, für alle Frühstücks-Fans.

So weit, so gut. In Berlin kann es vor allem vorkommen, dass die gegenübersitzende Person einer bestimmten Esskultur zugeneigt ist. „Ich esse kein Fleisch“ oder „Ich bin vegan“ bis hin zu „Ich ernähre mich basisch-ayurvedisch“ sind ganz normale Aussagen bei einer Verabredung, denen Folge zu leisten ist. An diesen speziellen Vorlieben haben sich auch  die Berliner Cafés orientiert und so sprossen und sprießen noch immer zahlreiche Cafés mit veganem und vegetarischem Angebot aus dem Berliner Boden. Von Soja-Latte bis Mandelmilch-Chai gibt es in Berlin wirklich nichts, was es nicht gibt. Und das macht es besonders. Im Café Morgenrot in Prenzlauer Berg in der Kastanienallee 85 gibt es nicht nur ein vegan-vegetarisches Frühstücksbuffet, sondern auch sehr gemütliche Ecken, in denen man sitzen und über Gott und die Welt sprechen kann, vielleicht sogar bis zum Morgenrot. Oder zumindest bis tief in die Nacht, wenn man denn will.

Gemütliche Cafés, dunkle Nischen mit Raum zum Atmen und schummrigem Licht, das Geheimnisse bewahrt oder dem anderen eröffnet, dunkles Holz. Im Café ORA in Kreuzberg wird der Kaffee in einer ehemaligen Apotheke serviert. Umgeben von Gläsern, die in Apotheker-Regalen stehen, versprüht das Café mit einer Mischung aus Bar und Brasserie einmaligen Charme. Wenn man es nicht besser wüsste, man würde meinen, man befände sich in einem französischen Arthouse-Film. Nur eben mitten in Berlin-Kreuzberg, genauer gesagt, am Oranienplatz 14. Wie viele romantische Verabredungen hier schon entstanden sind, wie viele Beziehungen und schwer Verliebte von den dunklen Holzstühlen hinaus auf die Straße getaumelt sind, ist schwer zu sagen. Es müssen unzählige sein.

Jeden Tag begleiten einen in Berlin tausende Augenpaare, täglich begegnet man unzähligen Menschen. Wenn man darunter den einen Menschen nur für sich gefunden hat, vergisst man am besten die gesamte Welt um sich herum – und dann hat man sowieso nur Augen für das Gegenüber.

©Pictures – Alicia Kassebohm
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