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Einen Nachmittag nur für sich

Alicia Kassebohm
Alicia Kassebohm Insider Tipp vom 11. Januar
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Masterpass
Im Gemütlichen Café Colombina mit Arepas

Dank einem venezolanischen Freund, der seit diesem Jahr in Berlin wohnt, durfte ich neulich das erste Mal ein venezolanisches Stammgericht probieren: Arepas. „Arepa“ bedeutet übersetzt Maisfladen und wie der Name schon vermuten lässt, werden sie im Grunde nur aus Maismehl, Wasser und etwas Salz hergestellt. Wirklich spannend werden die Teigtaschen dann dank ihrer Füllung: Käse, Hühnchen, Avocado, Hackfleisch, Eier oder Thunfisch – der kulinarischen Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Und auch als Beilage werden sie in Venezuela und Kolumbien zu fast jeder Speise gegessen. In beiden Ländern gilt der Brotersatz nämlich quasi als Nationalgericht. 

Der Mais spielte in diesen Ländern schon immer kulinarisch und kulturell eine bedeutsame Rolle. Wichtig bei der Zubereitung sei vor allem das weiße Maismehl von PAN, welches nicht nur geschmacksneutraler und daher so vielfältig einsetzbar sei, sondern auch besser kleben würde als das bei uns meist erhältliche gelbe Maismehl, wie mir mein Freund erzählte. Die angebratenen, warmen Arepas des besagten Freundes waren mit Hühnchenfleisch und Avocadocreme jedenfalls köstlich. Und in Berlin nicht so einfach zu finden, dachte ich, bis ich zufällig an einem winzigen Café in der Wörther Straße im Prenzlauer Berg vorbeilief. Schon draußen wurde mit einem Arepa-Angebot gelockt. Drinnen empfing mich gleich der Besitzer Hugo mit ein paar netten Worten und bot mir einen Platz an. Das Café ist wirklich klein, aber man fühlt sich, auch weil es ein Familienbetrieb ist und man dies mitbekommt, gut aufgehoben und wie zuhause. Besonders wenn man alleine unterwegs ist, lohnt sich der Besuch, da man stundenlang an diesem gemütlichen Ort lesen und einen der besten Kaffees der Stadt trinken kann. Dank WiFi kann man natürlich auch stundenlang ungestört im Netz surfen oder E-Mails abarbeiten. Genauso gut kommt man aber auch schnell ins Gespräch und wird durch die Ladenbesitzer oder andere Besucher aufgeheitert. Im Winter empfiehlt sich außerdem die grandiose heiße Schokolade, wurde mir erzählt. Es gäbe wohl selten eine bessere in der Stadt. Im Sommer gilt ähnliches für die frisch gepressten Säfte.

Viel wichtiger waren mir aber die Arepas, die neben anderen kolumbianischen Speisen und vegetarischen oder veganen Gerichten hier aufgetischt werden. In Mittelamerika isst man das Fladenbrot übrigens gerne auch schon zum Frühstück. Oft stehen die Frauen deshalb schon um vier oder fünf in der Küche und bereiten so viele Arepas wie möglich vor. 10 Uhr in Deutschland sollte deshalb auch in Ordnung sein, um die ersten Arepas im Columbina zu genießen. Selbst wenn die Zutaten simpel sind, das Ergebnis ist wirklich lecker. In dem Berliner Café hat man für einen kleinen Augenblick das Gefühl, man sei im Urlaub auf dem anderen Kontinent. Übrigens finden selbst Gluten-Allergiker im Columbina so einiges, was ihr Herz begehrt. Selbst Arepas sind dank dem Maismehl glutenfrei. Die Auswahl für die wirklich fairen Preise ist grandios, die Leute hinter dem Tresen und in der Küche immer gut gelaunt und das Café deshalb sehr empfehlenswert. Der einzige Haken ist, dass das Café in der Regel nur bis 18 Uhr geöffnet hat und sich insofern ein Mittags- oder Nachmittagsbesuch eher lohnt. Wer jedoch auf den Geschmack kommt, darf wie gesagt gerne schon morgens seine Portion Arepas hier bestellen.

©Pictures – Alicia Kassebohm
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