RESTAURANTS

Arai

Jan-Peter Wulf
Jan-Peter Wulf Nomyblog Insider Tipp vom 23. Juli

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An chinesischen und japanischen Restaurants mangelt es Berlin nicht. Doch ein Restaurant, das die chinesische Küche japanisch interpretiert, ist wohl einzigartig.

„Chuka Ryori“ nennt sich jene Stilrichtung, die auf den mitgebrachten Kochtraditionen chinesischer Einwanderer nach Japan fußt. Sie hat sich im Laufe der Zeit durch Verwendung japanischer Kochtechniken und die Verwendung lokaler Zutaten zu einer ganz eigenständigen Kulinarik entwickelt und ist heute in Japan sehr beliebt. Food-Ethnologen würden sie vermutlich als „hybride Küche“ bezeichnen, ähnlich wie die Nikkei-Küche in Peru, bei der japanische Kochtradition und südamerikanische Zutaten zueinanderfinden.

Entspannung wie im japanischen Teehaus 

Doch genug der Theorie. Im „Arai“ lässt es sich – versprochen – ganz unverkopft genießen. Die Schuhe zieht der Gast nach dem Betreten der Souterrain-Location aus, wie man es von vielen japanischen Restaurants kennt. Kerzenlicht, angenehme Musik und feiner Duft erfüllen den minimalistisch mit freiliegendem Mauerwerk und Holz gestalteten Raum. Er erinnert an japanische Teehäuser und will wie diese eine „innere Einkehr“ des Gastes bewirken. Das funktioniert: Entspannung stellt sich schnell ein, das hektische Berlin-Mitte bleibt draußen. Gerade einmal zehn Gäste sitzen an der großen Holztafel, die nur so hoch wie ein Couchtisch ist. Die Füße der Gäste finden in der Absenkung darunter Platz – ein angenehmes Sitzerlebnis. Heißfeuchte Handtücher werden gereicht und man erfrischt sich. Dann beginnt der Genuss. Wie in einem typischen japanischen Omakase-Restaurant kommen auch hier die Gänge, elf an der Zahl, nacheinander an den Tisch. Die Speisen variieren je nach Saison. So gibt es zum Beispiel Qualle in Yuzu-Sauce und Abalone, was gewagt klingen mag, aber ausgezeichnet mundet. Garnelen mit Tomaten, Chili, Ingwer und Knoblauch schmecken sehr chinesisch, doch die Inszenierung ist japanisch. Mapo-Tofu ist ein Klassiker der Szechuanküche, hier wird er mit japanischem Miso fusioniert. So finden hier Gang für Gang die Aromen und Techniken unterschiedlicher Küchen zusammen.

Bitte pünktlich erscheinen!
Zu trinken gibt es unter anderem verschiedene Arten von Sake, Wein aus dem Süden Frankreichs, Biere und – natürlich – diverse Tees. Das Menü beginnt pünktlich um 19:30 Uhr. Um richtig anzukommen und den Alltag loslassen zu können, sollte man eine gute Viertelstunde früher erscheinen. Fleischlose, pescetarische Menü-Varianten werden nach vorheriger Absprache serviert.

©Pictures – Sasha Kharchenko

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